WASHINGTON, DC / RankWire.AI / – Die Vereinigten Staaten erheben ab dem 22. Juli einen Zoll von 25 % auf eine breite Palette brasilianischer Waren. Das Büro des US-Handelsbeauftragten gab diese Maßnahme nach einer einjährigen Untersuchung gemäß Abschnitt 301 bekannt. Zu den betroffenen Importgütern gehören Möbel, Ethanol, Maschinen, Schuhe, Zucker, Bekleidung, Elektrogeräte, Holz und Papier. Importeure müssen den zusätzlichen Zoll für die entsprechenden Sendungen entrichten, die nach 0:01 Uhr Ostküstenzeit in die USA gelangen.

Die Untersuchung befasste sich mit brasilianischen Regeln und Praktiken in verschiedenen Bereichen des Handels und der öffentlichen Politik. Beamte prüften den digitalen Handel, elektronische Zahlungen, Präferenzzölle, die Bekämpfung der Korruption und den Schutz geistigen Eigentums. Die Untersuchung umfasste auch den Marktzugang für Ethanol und die Bemühungen der Regierung zur Bekämpfung illegaler Abholzung. Die US-Behörden kamen zu dem Schluss, dass mehrere Praktiken den amerikanischen Handel gemäß dem Handelsgesetz von 1974 behinderten oder einschränkten. Die Behörde prüfte mehr als 360 öffentliche Stellungnahmen, bevor sie ihre endgültige Zollverordnung erließ.
Mehrere wichtige brasilianische Exportgüter sind weiterhin von der neuen 25%igen Abgabe befreit. Die Ausnahmen umfassen Rindfleisch, Kaffee, Energieprodukte, Seltene Erden, Zivilflugzeuge und Flugzeugkomponenten. Auch unaromatisierter Instantkaffee, Bio-Honig, Roheisen und bestimmter Stahlschrott sind zollfrei. Waren, die bereits den Zöllen nach Abschnitt 232 unterliegen, werden nicht zusätzlich besteuert. Zu diesen Kategorien gehören Stahl, Aluminium, Kupfer, Automobile und ausgewählte Fahrzeugteile. Die Amerikanische Handelskammer für Brasilien bezifferte das durch die Ausnahmen entstehende Handelsvolumen auf rund 11 Milliarden US-Dollar jährlich.
Brasilien weist die Ergebnisse zurück und bereitet eine Antwort vor
Die brasilianische Regierung wies die Schlussfolgerungen der USA zurück und bezeichnete die Zölle als ungerechtfertigt. Offizielle Stellen gaben an, dass beide Länder seit Beginn der Untersuchung im Juli 2025 mehr als 30 Treffen abgehalten hätten. Brasilien verwies zudem auf US-Zahlen, die einen amerikanischen Handelsüberschuss von 424,5 Milliarden US-Dollar in den vergangenen 15 Jahren ausweisen. Die Regierung verteidigte ihre Politik in den Bereichen digitale Zahlungen, Zölle, Umweltschutz, Antikorruptionsbestimmungen und geistiges Eigentum. Sie erklärte, diese Maßnahmen entsprächen brasilianischem Recht und internationalen Verpflichtungen.
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte, Brasilien werde Verfahren gemäß seinem Gesetz zur wirtschaftlichen Gegenseitigkeit einleiten. Die Regierung kündigte zudem an, den Fall über das Streitbeilegungsverfahren der Welthandelsorganisation (WTO) weiterzuverfolgen. Das brasilianische Handelsministerium schätzte, dass die Maßnahme etwa 18 % der nationalen Exporte in die Vereinigten Staaten betrifft. Diese Lieferungen haben einen jährlichen Wert von rund 7 Milliarden US-Dollar. Handelsminister Marcio Elias Rosa nannte Holz, Maschinen, Möbel und Schuhe als die am stärksten betroffenen Sektoren.
Die wichtigsten Exportgüter bleiben vom Zollbereich ausgenommen.
Die Zollverordnung lässt einige der wichtigsten brasilianischen Exportkategorien weiterhin unter den bestehenden US-Handelsregeln. Kaffee, Rindfleisch, Flugzeuge, Flugzeugteile und Energieprodukte sind von der neuen Abgabe ausgenommen. Viele Fertig- und Agrarprodukte werden jedoch mit dem zusätzlichen Zoll von 25 % belegt. Paragraph 301 erlaubt den USA Maßnahmen gegen ausländische Praktiken, die den amerikanischen Handel einschränken oder belasten. Die endgültige Verordnung wendet den Zoll weitgehend an, wobei Produkte, die in den offiziellen Ausnahmeregelungen aufgeführt sind, ausgenommen sind.
Brasilien kündigte an, die betroffenen Branchen zu konsultieren und Unterstützung im Rahmen seines Wirtschaftsschutzprogramms „Brasil Soberano“ zu leisten. Offizielle Vertreter verteidigten zudem Pix, das brasilianische Sofortzahlungssystem, als Instrument für Wettbewerb und finanzielle Inklusion. US-Behörden erklärten, frühere Konsultationen hätten die im Zuge der Untersuchung geäußerten Bedenken nicht ausräumen können. Der Zoll soll weiterhin am 22. Juli in Kraft treten. Beide Regierungen bestätigten, dass die formellen Handelsgespräche während des Überprüfungsprozesses fortgesetzt wurden.
Der Beitrag „Brasilien sieht sich ab dem 22. Juli mit 25%igen US-Zöllen auf Exporte konfrontiert“ erschien zuerst im British Messenger .
