WIEN / EuroWire / – Österreichs erster kommerzieller Satellit hat nach dem Start von Oasis Alpha, einem Kleinsatelliten des Wiener Startups Tumbleweed, die Umlaufbahn erreicht. Der Satellit hob am 7. Juli an Bord der SpaceX-Mission Transporter-17 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ab. Mit diesem Start betritt Österreich den kommerziellen Satellitensektor, nachdem es zuvor bereits an akademischen, institutionellen und internationalen Raumfahrtprojekten beteiligt war.

Oasis Alpha startete mit einer Falcon-9-Rakete im Rahmen einer Mission, die 81 Nutzlasten in den erdnahen Orbit beförderte. SpaceX startete die Rakete um 0:12 Uhr pazifischer Zeit vom Startkomplex 4E. Die erste Stufe kehrte zu einem Drohnenschiff im Pazifik zurück, während die Oberstufe die Aussetzung der Nutzlasten fortsetzte.
Tumbleweed entwickelte Oasis Alpha als Technologiedemonstrationsmission für Nutzlastdienste in der Mikrogravitation. Das Unternehmen baute den Satelliten um standardisierte Nutzlastbehälter herum, die es Kunden ermöglichen, kleinere Forschungsprojekte in den Orbit zu befördern. Die Mission erreichte einen sonnensynchronen erdnahen Orbit in etwa 590 Kilometern Höhe, wodurch der Satellit während des Betriebs unter gleichmäßigen Lichtverhältnissen betrieben werden konnte.
Kommerzielle Nutzlasten erreichen den Orbit
Die Raumsonde transportierte Nutzlasten von vier europäischen Organisationen: Mass Balance, der Technischen Universität Delft, dem Europäischen Innovationszentrum für Weltraumressourcen und dem Spring Institute for Forests on the Moon. Ihre Projekte nutzen das Containersystem des Satelliten für Experimente im kleinen Maßstab unter Mikrogravitationsbedingungen. Tumbleweed präsentierte die Plattform als Möglichkeit für Organisationen außerhalb der Raumfahrtbranche, kompakte Experimente im Orbit durchzuführen.
Exolaunch übernahm das Startmanagement, die Integration und den Aussetzvorgang für Oasis Alpha. Das deutsche Unternehmen gab bekannt, 49 Kundensatelliten mit Transporter-17 ins All befördert zu haben, darunter 19 Mikrosatelliten und 30 Cubesats. Im Missionsplan war Oasis Alpha für Tumbleweed neben kommerziellen, institutionellen und staatlichen Satelliten verschiedener Länder aufgeführt.
Österreich weitet Raumfahrtaktivitäten aus
Die Mission markiert einen kommerziellen Meilenstein für die österreichische Raumfahrtindustrie. Österreich unterstützt seit Jahrzehnten wissenschaftliche und internationale Raumfahrtprojekte, doch Oasis Alpha ist die erste rein kommerzielle Satellitenmission des Landes, die in den Orbit gelangt. Mit dem Start reiht sich ein junges österreichisches Unternehmen in die Riege europäischer Startups ein, die Mitfluggelegenheiten nutzen, um den erdnahen Orbit zu erreichen.
Transporter-17 war die siebzehnte Transporter-Mission von SpaceX. Das Programm befördert Satelliten, Nutzlasten und Orbitaltransferfahrzeuge für mehrere Kunden mit einem einzigen Start. Für Österreich war das wichtigste Ergebnis der Mission der Aussetzer von Oasis Alpha, einem kommerziellen Satelliten, der zur Erprobung von Orbitalnutzlastdiensten eines Wiener Betreibers entwickelt wurde.
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